Grüner Landtagsabgeordneter Florian Siekmann bei der Wasserwacht Schrobenhausen: Ersatz für Hochwasser-Schäden dauert zu lange

Foto: Barbara Fieger

V.l.n.r.: Jürgen Rödig, Richard Neumair (Technischer Leiter), Florian Siekmann (MdL GRÜNE), Benjamin Burghart (Vorstand), Laura Lauterbach (Bürgermeisterkandidatin GRÜNE).

Beim Besuch der Wasserwacht Schrobenhausen informierte sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Florian Siekmann, stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses im Bayerischen Landtag, über die Folgen des Hochwassers im Juni 2024 und die schleppende Auszahlung der Hilfsgelder für beschädigtes Material.

„Die Wasserwacht war im Hochwasser pausenlos im Einsatz und hat Großartiges geleistet – sie verdient schnelle und unbürokratische Unterstützung, nicht langwierige Verfahren“, so Siekmann nach dem Gespräch vor Ort.

Ehrenamt hält den Betrieb am Laufen – auch ohne staatliche Hilfe

Beim Hochwasser wurden in Schrobenhausen unter anderem das Rettungsboot durch Öl verschmutzt und zerstört, Neoprenanzüge unbrauchbar und weitere Ausrüstung schwer beschädigt.

Um weiter einsatzbereit zu bleiben, hatte die Wasserwacht die Ersatzbeschaffung zunächst aus eigenen Mitteln vorfinanziert, noch bevor staatliche Hilfen bewilligt wurden.

„Dass eine Rettungsorganisation, die Leben rettet, ihre Ausrüstung selbst vorfinanzieren muss, ist ein Unding“, betonte Grünen-Stadtrat Joachim Siegl, der gemeinsam mit Bürgermeisterkandidatin Laura Lauterbach Siekmann beim Termin begleitete. „Hier wäre ein idealer Ort, um endlich mit echter Entbürokratisierung zu beginnen.“

Nur ein Bruchteil der Hilfsgelder ausgezahlt

Aus einer Anfrage Siekmanns im Landtag geht hervor, dass mehr als ein Jahr nach der Flut erst rund 30 Prozent der Anträge bearbeitet und lediglich etwa 10 Prozent der beantragten 22 Millionen Euro ausbezahlt wurden.

Die Schrobenhausener Wasserwacht hatte dabei noch Glück: Ein Großteil der zerstörten Ausrüstung konnte inzwischen ersetzt werden.

Dennoch bestehen weiterhin Engpässe – insbesondere beim über 20 Jahre alten Einsatzfahrzeug und dem Materialanhänger, der mittlerweile ausgedient hat. „Der Anhänger stammt gebraucht aus Neuburg – inzwischen ist er so alt, dass gelagerte Ausrüstung zu müffeln anfängt“, berichtete Richard Neumair, technischer Leiter der Wasserwacht.

Auch das Schlauchboot, das sich erst nach der Hochwasser-Meldung auflöste, kann nicht mehr ersetzt werden: „Dafür bekommen wir keinen Cent“, so Neumair.

Grüne fordern schnellere Verfahren und weniger Bürokratie

Die Grünen fordern nun, dass Rettungsorganisationen bei der Schadensregulierung Vorrang bekommen und Verwaltungsverfahren deutlich beschleunigt werden.

„Wenn Helferinnen und Helfer schneller handeln als die Hilfe selbst, läuft etwas schief. Das
Ehrenamt braucht Verlässlichkeit – keine Warteschleifen“, so Siekmann.