Hier findet Ihr den Wortlaut unseres Antrages vom 9.7.2025.
Zur Info – Die Vorbereitung und Absprache unseres Antrages mit der Verwaltung hat sich bzgl der Trinkwasserbrunnen überschnitten mit der Ankündigung eines Antrags auf Errichtung eines weiteren Trinkwasserbrunnens in der Altstadt / Harmonie durch Stadtratskollegen Klaus Babel von den Freien Wählern. Wir unterstützen diesen Antrag grundsätzlich schon, geben aber zu bedenken, dass der Brunnen in der Altstadt wahrscheinlich zu Schloßfestzeiten sehr intensiv, aber die 2 Jahre dazwischen nicht so oft im Einsatz sein wird. Natürlich ist die Stadt nicht verpflichtet, nur einen Trinkwasserbrunnen zu bauen, daher halten wir unseren Antrag für eine gute Ergänzung.
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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrats,
die extremen Temperaturen der vergangenen Tage haben einmal mehr
verdeutlicht, dass der Klimawandel auch in Neuburg konkrete Auswirkungen auf
die Gesundheit und Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger hat.
Besonders vulnerable Gruppen wie Seniorinnen und Senioren sowie Kinder, aber
auch die Allgemeinbevölkerung leiden unter der zunehmenden Hitzebelastung.
Die Anpassung an diese klimatischen Veränderungen erfordert gezielte
kommunale Maßnahmen.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt daher folgenden
Antrag:
Der Stadtrat möge beschließen:
- (Ergänzend zum mündlich vorgebrachten Antrag von Stadtrat Babel):
Die Verwaltung wird beauftragt, für eine Umsetzung im Frühjahr 2026
geeignete Standorte für mindestens einen zusätzlichen weiteren
Trinkwasserbrunnen insbesondere in folgenden Quartieren zu
identifizieren und zu evaluieren: Hofgarten/Luitpoldstraße, Umgriff der
Färber-/Rosen-/Schmidtstraße, Ostend, Schwalbanger
Zusätzlich wird auf Vorschlag der Verwaltung geprüft, inwiefern öffentliche
Gebäude wie der Bücherturm in eine Trinkwasserversorgung mit
einbezogen werden können. - Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem
Stadtmarketing, die Installation von Wasservernebelungssystemen an
ausgewählten Standorten in der Innenstadt zu prüfen und ein
entsprechendes Konzept vorzulegen. - Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie die bestehenden Parklets
und besonders frequentierte Sitzbänke im Stadtgebiet durch geeignete
Maßnahmen vor direkter Sonneneinstrahlung im Sommer geschützt
werden können. - Die für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen erforderlichen
Finanzmittel sind nach Vorstellung der Konzepte in den Haushaltsplan
2026 einzustellen. Wir hoffen, dass kleine Maßnahmen noch in 2025
umgesetzt werden können.
Begründung:
Der fortschreitende Klimawandel führt zu einer signifikanten Zunahme von
Hitzetagen und Tropennächten auch in unserer Region. Die Stadtplanung muss
hierauf reagieren, um die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der
Bevölkerung zu minimieren und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum
auch bei hohen Temperaturen zu gewährleisten.
Öffentlich zugängliche Trinkwasserbrunnen stellen eine einfache, aber effektive
Maßnahme dar, um die Flüssigkeitsversorgung der Bevölkerung sicherzustellen
und Hitzenotfällen vorzubeugen.
Wasservernebelungssysteme haben sich in anderen Städten als wirksames
Instrument zur punktuellen Temperaturabsenkung in städtischen Hitzeinseln
bewährt und könnten die Attraktivität der Innenstadt auch während
Hitzeperioden steigern.
Der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung ist insbesondere für ältere
Menschen und Kinder von großer Bedeutung. Durch eine geeignete zeit- und
temperaturabhängige Steuerung vermeiden wir übermäßigen Wasser- und
Stromverbrauch. Durch die Beschattung von Sitzgelegenheiten kann die Stadt
einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten.
Die vorgeschlagenen Einzelmaßmaßnahmen ersetzen keine umfassende
kommunalen Klimaanpassungsstrategie, die sowohl dem Gesundheitsschutz der
Bevölkerung als auch der Steigerung der Lebensqualität in Neuburg dient. Aber
sie ermöglichen an den besonders heißen Tage einen angenehmeren Aufenthalt
in der Stadt.
Mit freundlichen Grüßen
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Neuburg